Nach-KLANG

Unter diesem Wort teilen jeden Monat Frauen und Männer, die Leitungsverantwortung bei Regens Wagner haben, ihre Gedanken, Empfindungen und Erfahrungen, die ein Ausspruch von Regens Johann Evangelist Wagner und Schwester Theresia Haselmayr in ihnen ganz persönlich zum Klingen gebracht hat, mit allen Interessierten. Gleichzeitig sind Sie als Leserinnen und Leser eingeladen, sich Ihren eigenen Reim auf diese Worte zu machen.

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Impuls Juni 2021:

Nach-KLANG von Doris Frohnhöfer und Joachim Gamperling (Gesamtleitung Regens Wagner Absberg):

Der Stein steht bei Johann Evangelist Wagner für etwas, das auf den ersten Blick als unüberwindbares Hindernis erscheint. Die Hindernisse konnten für ihn vielfältig sein. Wurde von der königlichen Administration keine Bewilligung erteilt? Fehlten ihm die finanziellen Möglichkeiten? Wurden seine Projekte von den Obrigkeiten nicht verstanden?

Regens Wagner hielt sich nicht damit auf, sich mit Scheinhindernissen auseinanderzusetzen. Er bewegte sich wie ein Reisender zu Fuß, der den Weg über die Alpen wagt. Die Gesteinsmassen lassen sich nicht zur Seite schieben. Der Reisende Regens Wagner hatte ein Ziel vor Augen, das hinter dem Gebirge von Schwierigkeiten lag. Dort wollte er hin. Mit Bedacht wählte er die geschickteste Route, stieg über das Hindernis hinweg oder umging es. Er ließ das Hindernis allein zurück und ging seinen Weg unbeirrt weiter.

Auch in der Gegenwart sind wir mit Scheinhindernissen konfrontiert. Ausufernde Regulierung, verbunden mit enormem bürokratischen Aufwand bis hin zur öffentlichen Infragestellung von gewachsenen Strukturen der Eingliederungshilfe. Letzten Endes kommt es nur darauf an, sich nicht an Scheinhindernissen abzuarbeiten und das Ziel im Auge zu behalten, Menschen mit Beeinträchtigung eine Lebensperspektive zu geben.

Impuls Mai 2021:

Nach-KLANG von Ines Gürsch (Gesamtleitung von Regens Wagner Glött):

In dem von Regens J. E. Wagner angesprochenen Kampf geht es um das Erkennen des „Guten“. Zu seinen Lebzeiten war die Welt in vielerlei Hinsicht klar eingeteilt. Es gab die „Gläubigen“ und die „Ungläubigen“. Es gab „Reiche“ und „Arme“. Und es gab die „Gesunden“ und die „Kranken“. In der damaligen Welt gab es aber auch die „Schwachsinnigen“, die „Geistesgestörten“ oder die „Krüppel“. Die Sprache von damals zeigt, wie Menschen ohne Behinderungen über Menschen mit Behinderungen dachten.

Dagegen hat Regens J. E. Wagner gemeinsam mit den Dillinger Franziskanerinnen angekämpft und hat Gutes bewirkt.

Heute in Zeiten von Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention ist es nicht immer leicht, für das Gute zu kämpfen. Vor allem dann, wenn Ideale überhöht werden und den Blick auf die Wirklichkeit verstellen. Für das Gute zu kämpfen kann deshalb heute bedeuten, den Blick zu öffnen für die Vielfalt, aufmerksam hinzuhören auf das, was das Gegenüber sagt, und sich selbst stets kritisch zu hinterfragen.