Nach-KLANG

Unter diesem Wort teilen jeden Monat Frauen und Männer, die Leitungsverantwortung bei Regens Wagner haben, ihre Gedanken, Empfindungen und Erfahrungen, die ein Ausspruch von Regens Johann Evangelist Wagner und Schwester Theresia Haselmayr in ihnen ganz persönlich zum Klingen gebracht hat, mit allen Interessierten. Gleichzeitig sind Sie als Leserinnen und Leser eingeladen, sich Ihren eigenen Reim auf diese Worte zu machen.

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Impuls November 2022:

Nach-KLANG von Lars Heimke (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Rottenbuch)

Die Entwicklung des Menschen beginnt bereits vor seiner Geburt. Das ungeborene Lebewesen hat keinen Einfl uss darauf, an welchen Ort, in welches soziale Umfeld und in welcher körperlichen Verfassung es geboren wird. Vor, während und nach der Geburt beeinflussen unterschiedliche Faktoren seine Entwicklung. Der Mensch kann mit vorhandenen und erworbenen Fähigkeiten seine Mitmenschen und die von Gott geschaffene Natur positiv und negativ beeinfl ussen. Die Folgen von Gier, Machtstreben und Egoismus vieler Menschen sind neben großer sozialer Ungleichheit in der Weltbevölkerung der direkte Eingriff des Menschen in die Schöpfung Gottes. Das ständige Streben nach Wachstum, Perfektionismus und einer Vollkommenheit hat der Menschheit und der Natur geschadet. Deswegen ist ein Umdenken und eine Veränderung in der gesamten Weltbevölkerung notwendig, um eine Selbstzerstörung der von Gott geschaffenen Schöpfung zu verhindern. Dies kann mit einem Vertrauen in Gott und seine Vergebung sowie der Besinnung auf die Grundprinzipien der Nächstenliebe, Achtsamkeit, Toleranz und die Akzeptanz von Vielfältigkeit gelingen.

Impuls Oktober 2022:

Karte Oktober

Nach-KLANG von Margit Rapp (Referentin für Seelsorge Regens Wagner Direktion)

In diesen Worten, die sicher auch Franziskus beeindruckt hätten, klingt für mich natürliche Seelsorge an. Damit es meiner Seele gut geht, braucht es keine schlau klingenden Worte, teuren Komfort oder immer mehr Erlebnisse. Damit es meiner Seele gut geht, genügt ein einfacher Spaziergang in der Natur, der Duft einer Rose oder das Streicheln eines weichen Tierfelles. Das ist wie Poesie: Die Sinne öffnen, ganz in den Moment eintauchen. Durch die Vielfalt und Schönheit der Natur spricht Gott direkt in meine Seele. Der Appell aus dieser Botschaft ergibt sich somit von selbst: Verantwortung und Schutz der Natur. Hoffentlich geben wir unser bestes! In vielen unserer Zentren gibt es Gärten mit Kräutern, Blumen, Bäumen, auch Pferde, Esel, Alpakas, Hühner und vieles mehr … und der Mensch ist mittendrin. Einfach paradiesisch! Geben wir der Verbindung von Mensch und Natur Raum, damit tief in uns etwas zum Klingen kommt. Das ist auch Seelsorge!

Impuls September 2022: 

Header September

Nach-KLANG von Lisa Mosandl (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Holnstein)

Wenn ich hier sitze und diesen Worten RAUM gebe, werden Sätze wie … Zeit ist Geld, … immer schneller, immer höher, immer weiter, … Hauptsache „Haken dran“, kleiner. Die Sätze verlieren an Bedeutung, „verlassen den RAUM“. An ihre Stelle treten die Worte … Zeit ist wertvoll, … Eile mit Weile, … Ruhe sticht Schnelligkeit.

Und ich nehme für mich mit:
Wenn ich was bewegen will, heißt der Weg nicht Schnelligkeit sondern Strategie. Wenn ich was erreichen will, kommt es darauf an mir Zeit zu nehmen, in Ruhe die Lage zu bewerten, wichtige Aspekte zu erkennen, um mein Tun danach ausrichten zu können. Wenn mein Weg zum Sieg führen soll, ist es geboten die Zeit zuzulassen, die es braucht um zu entstehen, wachsen und reifen zu können. Wenn ich was bewegen will, bin ich gefordert immer wieder Geduld aufzubringen, mit Ruhe und einem Stück Gelassenheit, Neues werden zu lassen, Begonnenes weiterzuführen. Warten können zur rechten Zeit – ist FÜR MICH ein sicherer Weg zum Ziel.

Impuls August 2022:

Bild August 2022

Nach-KLANG von Simone Carl (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Holzhausen)

Die Begleitung von Menschen mit und ohne Behinderung stellt uns in unserer Arbeit vor große Herausforderungen. Liebe und Vertrauen in uns selbst, in Gott und in unsere Gegenüber sind unverzichtbare Begleiter, sich diesen Herausforderungen zu stellen und sie zu bewältigen. Johann Evangelist Wagner trug die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe in sich. Er unterstützte gemeinsam mit Theresia Haselmayr und den Dillinger Franziskanerinnen die Menschen am Rande der Gesellschaft. Geleitet von Nächstenliebe und Selbstlosigkeit ermöglichten sie ihnen Teilhabe, Bildung und Gemeinschaft. Heute sind vor allem die Fachlichkeit und das Wissen um Medizin, Pädagogik und Psychologie wichtige Pfeiler in unserer Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Doch was wäre all unser Tun und Handeln ohne die Liebe? Das Vertrauen in uns und andere, manifestiert durch Glauben und Liebe, ist eine sprudelnde Quelle, aus der wir schöpfen dürfen, um uns mit Kraft und Zuversicht für unsere Aufgaben zu versorgen. „Die Liebe knausert nicht“ – wir dürfen sie großzügig verschenken!

Impuls Juli 2022:

Header Bild Juli 2022

Nach-KLANG von Kerstin Mäder (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Zell)

Verstand und Herz – Ratio und Emotion

Gott hat uns genauso erschaffen und uns beide Fähigkeiten geschenkt. Wir sind keine Maschinen, deren Logarithmen exakte Ergebnisse liefern. Wir sind Menschen, deren Entscheidungen mit Herz und Verstand getroffen werden. Das macht uns aus und macht uns menschlich. Und manchmal ringen wir um vermeintlich richtige Lösungen, wenn rationale und emotionale Betrachtungen einer Situation unvereinbar scheinen. Ich denke jeder kennt dieses Problem. Gerade in einer Leitungsposition trifft man tagtäglich viele Entscheidungen, die nicht immer von allen nachvollzogen werden können. Aristoteles' Satz: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, kommt mir hier in den Sinn. Jeder von uns bringt nicht nur seine Fähigkeiten, sondern seine Erfahrungen, seine Bedürfnisse, seine Persönlichkeit ein. Diese vielen Eigenschaften der eigenen Person und des Gegenübers lassen unzählige Möglichkeiten des Handelns offen. Deshalb bitte ich täglich darum, dass Gott mir einen klaren Verstand schenkt, der im regen Austausch mit meinem Herzen steht, um die täglichen Herausforderungen in seinem Sinne zu bewältigen.

Impuls Juni 2022:

Nach-KLANG von Sr. Michaela Speckner, OSF

Mir ist aufgefallen, dass Sr. Theresia Haselmayr dieses Wort sinngemäß bei vielen Entscheidungsfindungen in ihren Briefen gebraucht hat, z. B. im Brief an den sehr fordernden Pfarrer von Au am Inn. Er hat hohes Interesse, dass Schwestern von Dillingen kommen und das vom Staat enteignete Kloster wieder zur Blüte bringen.

Selbstsicher stellt er eine Forderung nach der anderen, wie die nach einer dauerhaften Absicherung. Sr. Theresia analysiert sehr genau, was der Pfarrer fordert. Sie geht auf Fragen ein und hinterfragt Argumente. In souveräner Abwägung nimmt sie den Pfarrer in ihre eigene Grundüberzeugung mit hinein, als ob sie sagen möchte: Halt an – hab etwas Geduld – welche Beweggründe veranlassen Dich, lass die Dinge reifen: „Ist die Sache Gottes Werk, so kommt es zustande!"

In meiner Verantwortung in vielen Leitungsaufgaben kenne ich diese Ungeduld. Es lohnt sich nachzuspüren: Was macht dieses Wort mit mir? Woher hat Theresia diese gelassene Sicherheit? Was treibt mich an – welche Beweggründe? Lasse ich Raum für Gottes Wirken in meinem Planen und Handeln?

Impuls Mai 2022:

Nach-KLANG von Bernhard Kallmeier (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Michelfeld)

Diese Worte führen mich immer wieder zu einer prägnanten Stelle im Neuen Testament: Der „Emmausgang“ der beiden Jünger am Ostermontag. Nicht wissend, dass es Jesus ist, legen die Jünger ein Stück des Weges mit dem auferstandenen Herrn zurück und kehren schließlich mit ihm ein. In ihrer Trübsal erkennen sie ihn nicht. Es dämmert ihnen erst, als er sie verlassen hat: „Brannte uns nicht das Herz?“. - Für mich spiegelt sich darin die Wahrheit, dass ich in der Gewissheit meines Gottes leben und „meinen Weg“ gehen kann - mit den großen und kleinen Aufgaben, in allen Herausforderungen, Krisen und Nöten, aber auch den schönen und erfüllenden Momenten – und mit meinen Fehlern und Macken. Ich weiß, der auferstandene Herr ist da und geht mit mir, selbst wenn ich ihn manchmal – wie die Jünger - nicht (gleich) erkenne. So kann ich mich selbst im größten Tumult darauf verlassen, ihn an der Seite zu haben. In dieser Gewissheit gehe ich ruhig meinen Weg – meine Aufgabe - weiter. Ich spüre Ruhe in mir – und mein Herz „brennt“. 

Impuls April 2022:

 

Nach-KLANG von Richard Theil (Gesamtleitung Regens Wagner Holnstein)

Das Zitat „Es gibt keine Rose ohne Dornen“ von Regens J. E. Wagner bedeutet für mich heute:

 Ich akzeptiere, dass das Leben anstrengend, ungerecht und voller Probleme sein kann. Ich höre auf zu jammern, packe an, lasse mich nicht unterkriegen, entwickle Lösungen und finde Kompromisse. Ich möchte glücklich und ausgelassen sein. Ich genieße das Leben in vollen Zügen, wenn die Blüte des Glücks für kurze Zeit erwächst. Mit ihrer Pracht und ihrem betörenden Duft entschädigt sie für mich vieles. 

Impuls März 2022:

Nach-KLANG von Christian Behner (stellvertretende Gesamtleitung Regens Wagner Burgkunstadt)

Mit Geschenken ist das so eine Sache. Da gibt es verschiedene Umgangsweisen.
Das „Höflichkeitsgeschenk“, vielleicht auch noch etwas geschmacklos oder das
aufmerksame Geschenk eines gut Beobachtenden, der weiß was mir gefällt.
Gottes Geschenk gehört für mich zu letzterem Beispiel. Jedes Leben ist ein
Geschenk Gottes. Ich kann darauf vertrauen, dass es gut wird. Und ich verspüre
den Impuls es gut werden zu lassen, mich redlich zu bemühen auch meinen Teil
zu einem gelingenden Leben beizutragen.
„Mach's wie Gott, werde Mensch“ – ein vielzitierter Spruch, der aber für mich
immer wieder aufzeigt, worauf es im Leben ankommt, wie ein gelingendes Leben
aussieht. Ich darf ganz Mensch sein, mit Stärken und Schwächen. Ich muss mich
nicht beweisen – niemandem. Ich kann mir auch einmal genügen. Das macht mir Mut.

Impuls Februar 2022:

Nach-KLANG von Sr. M. Gerda Friedel (Stiftungsratsvorsitzende)

Engel. Gibt´s überhaupt Engel? Haben wir sie bisher in unserem Leben erfahren? Was glauben wir? Dass Gott uns (Schutz-) Engel an die Seite stellt? Wenn wir das glauben, dann sind sie immer wieder spürbar da. „Der Mensch könnte seinem Bruder ein Engel sein“. Was denke ich, wenn ich das lese? Was denken Sie? Ich glaube an die Engel, die ER uns zur Seite stellt. Jedem von uns. Und ich denke: Was darüber hinaus immer zählt, das sind wir selbst. Es ist unsere Entscheidung: Wollen wir IHM mit seinen Engeln Raum geben in unserem Leben? Dann nehmen wir wahr, dass auch Menschen uns zum Engel werden können. Wenn ER uns einem Menschen begegnen lässt, den wir gerade brauchen. Und – es ist wieder unsere Entscheidung: Wollen wir einander Engel sein? Denn auch du und ich – wir können für andere zum Engel werden. Für Freunde, für Fremde, für Nachbarn, für Menschen mit Behinderung. Wenn wir es wollen und dem Ruf folgen. Wenn Sie mögen, dann wünsche ich Ihnen heute einen Engel. Vielleicht nehmen Sie ihn wahr. Bleiben Sie engelbehütet.

Impuls Januar 2022:

Nach-KLANG von Klaus Ebert (Gesamtleitung Regens Wagner München)

Dieses Zitat erinnert und motiviert mich täglich neu, meine berufliche Professionalität zu hinterfragen. In meiner Führungsverantwortung stelle ich mir täglich die Frage nach meiner persönlichen Haltung gegenüber den Mitarbeitenden. Im Zitat spricht M. Theresia Haselmayr über Liebe, die für mich als Synonym für Wertschätzung steht. In so vielen zwischenmenschlichen Begegnungen geht es um fehlende, aber erhoffte und gesuchte Wertschätzung. Gesehen und geschätzt zu werden erscheint mir als eine immense Sehnsucht; egal ob im privaten Umfeld oder als Mitarbeitende und Führungsperson, egal ob als Mensch mit oder ohne Behinderung. Doch wann, wie und wo schätze ich wert? Jemand wertzuschätzen fällt mir leichter, wenn ich ihm gegenüber eine positive innere Bewertung verspüre oder die Situation als besonders gut empfinde. Aber was ist mit den Begebenheiten, mit denen ich negative Assoziationen verbinde? In all diesen herausfordernden Situationen verbirgt sich die besondere Chance, mein Gegenüber wertzuschätzen. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, werde ich doch durch die Worte von M. Theresia Haselmayr stets daran erinnert und dafür ermutigt!

Impuls Dezember 2021: 

Nach-KLANG von Peter Miltenberger (Gesamtleitung Regens Wagner Michelfeld):

Am Abend blicken wir nicht nur nach vorne, sondern auch auf den vergangenen Tag zurück. Täglich schenkt uns Gott viele Erlebnisse und Begegnungen. Die Bitte an Gott heißt, das Wesentliche zu erkennen, weg von den Selbstverständlichkeiten hin zur Wahrnehmung auch kleiner Dinge und Gesten. Die Corona-Pandemie ist für uns herausfordernd und führt uns an Grenzen. Wir werden ständig neu mit schweren und kurzfristigen Entscheidungen
konfrontiert. Auch wenn die Lösungen nicht immer optimal sind, gibt es gerade in Krisenzeiten viele Gelegenheiten, das Richtige zu tun. Lassen wir uns darauf ein, diese zu erkennen und die Chancen eines jeden neuen Tages zu sehen. Und gönnen wir uns gerade an belasteten Tagen den ruhigen, ausruhenden Rückblick, ohne Hadern oder Vorwürfe. Die Ruhe gibt uns die dringend benötigte Kraft für den nächsten Tag. Die Bitte nach Gottes Führung entbindet uns nicht von unserem Tun, aber sie zeigt, dass wir nicht allein unseren Weg suchen müssen. Ohne Angst und Sorge dürfen wir dabei das Vertrauen haben, dass Gott uns den richtigen Weg zeigt. Sein Beistand kann jeden Tag zu einem gelebten Tag werden lassen.

Impuls November 2021:

 

Nach-KLANG von Matthias Bühler (Mitglied des Stiftungsvorstands):

Ein Funke ist ein kleines Teilchen, eine Spur von etwas, und hat dennoch die Fähigkeit, ein Feuer zu entfachen. Früher war Feuer essenziell, schon immer braucht der Mensch Feuer für Energie, Wärme, Licht und zum Kochen.

In der Zeit um 1847 war all das weniger selbstverständlich als heute und doch ging J. E. Wagner bereits einen Schritt weiter, für ihn war auch ein inneres „Brennen“ für die Aufgabe maßgeblich. Er brannte für die Hilfsbedürftigen in der Gesellschaft. Seine Ideen waren alleine nicht umzusetzen, er brauchte die Dillinger Franziskanerinnen, bei ihnen entfachte er Feuer für seine Ideen.

So werden bis heute für die Aufgaben bei Regens Wagner Menschen gebraucht, die dafür brennen, anderen zu helfen, ihnen zu assistieren und mit ihnen gemeinsam ein Stück Weg zu gehen.

Der Hl. Augustinus sagte einmal: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Positive innere Überzeugung, ein fester Wille und klare Ziele können Großes bewegen. Auch in der heutigen Zeit braucht es dafür die zündende Idee und Brennstoff.

Impuls Oktober 2021:

Nach-KLANG von Sr. Antonia Stegmiller (Mitglied des Stiftungsrats):

Durch Jesus wird der „Gott mit uns“ sichtbar, erfahrbar, erlebbar. Ich habe in meinem Zimmer eine schöne Holzplastik, die den „Gang nach Emmaus“ darstellt. Jesus aufrecht und die beiden Jünger gebeugt, einer lässt den Kopf hängen. Eine bekannte und hoffnungsvolle Szene.

Wir sind nicht allein auf dem Lebensweg, nicht allein in schweren und nicht allein in guten Zeiten. Wie die Emmaus-Jünger dürfen wir uns Gott anvertrauen und dann mit Wagemut handeln.

Regens Joh. Ev. Wagner war oft unterwegs zu Fuß in dem Bewusstsein, dass Gott mit ihm geht. Im Unterwegssein hat er seine Sorge für Menschen mit Behinderung, für Menschen am Rande der Gesellschaft, Gott anvertraut. Im Vertrauen auf Gott hat er zusammen mit Sr. Theresia Haselmayr Wege gefunden, dass Menschen mit Behinderung sich entfalten und ein würdevolles Leben führen können.

Der Auftrag an uns: Für Andere, insbesondere für Menschen am Rande der Gesellschaft, Wegbegleiter sein.

Impuls September 2021:

Nach-KLANG von Matthias Kandziora (stv. Gesamtleitung Regens Wagner Dillingen)

Was hat sich Johann E. Wagner denn nur bei diesem Ausspruch gedacht?  Etliche Dinge fallen mir ein, die Wortklauberei und Interpretation beginnt.

Dass geschliffene Edelsteine nicht zu verachten sind, leuchtet sofort ein. Durch diese wird Frau und Mann reich, bekommt Ansehen, schmückt sich mit diesen. Jetzt sind unsere Edelsteine in dem Zitat jedoch nicht geschliffen – aber Edelsteine sind es, immerhin. Bezogen auf uns Menschen, auf all die Menschen, die wir bei Regens Wagner gemeinsam begleiten und die hier arbeiten, finde ich für mich einen sehr ansprechenden Vergleich zu dem Ungeschliffenen.

Wir alle haben Ecken und Kanten. Sind vielleicht sogar schon an der ein oder anderen Stelle ramponiert, aber eben auch (noch?) nicht geschliffen. Dies alles jeden Tag aufs Neue zu akzeptieren, sich mit dieser Wahrheit zu arrangieren, motiviert mich, wenn ich dieses Zitat lese. Zu Verachten ist nichts und niemand. Sich darauf im Alltag zu besinnen, ist manchmal herausfordernd. Jedoch die blitzenden Stellen im Ungeschliffenen zu erkennen, ist manchmal schöner, als vielleicht von zu viel Glanz eines auf Hochglanz geschliffenen Edelsteins geblendet zu werden.

Genau hinschauen und das Positive sehen – ich meine, das hat sich Regens Wagner dabei gedacht.

Impuls August 2021:

Nach-KLANG von Christian Konrad (Gesamtleitung Regens Wagner Lautrach):

Diese Worte von Johann Evangelist Wagner können, in die heutige Zeit übertragen, wie so viele andere Aussagen unseres Gründervaters auch, kaum zutreffender sein! 

Die Sonne oder auch im weiteren Sinne - das Positive - ist immer da. Auf das können wir uns verlassen!

Sie verschwindet nicht einfach. Aber ja, Wolken können uns zwischenzeitlich den Blick verhüllen, Sorgen und Ereignisse uns die Sicht „versperren“.

Die Corona Pandemie ist vielleicht ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang. Trotz aller Widrigkeiten und Einschränkungen besinnen wir uns in der Krise endlich wieder einmal auf Grundlegendes, erkennen wir was wirklich wichtig ist, sehen, hören und erspüren die Natur neu.

Wir rücken in der Familie und am Arbeitsplatz, trotz so mancher Gebote, enger zusammen. Wir schätzen und vermissen auf einmal das, was so selbstverständlich war und erst wieder werden muss. Vielleicht müssen bestimmte Dinge auch nicht mehr werden  - muss der Mensch alles können?

Und dennoch erfreuen wir uns immer an deiner Sonne, auch auf das „Danach“, ohne Schleier …

Impuls Juli 2021:

Nach-KLANG I von Heike Klier (Gesamtleitung Regens Wagner Zell):

Kirche, Religion, Glaube - auf dem Hintergrund der Missbrauchsfälle, Finanzaffären, Diskussionen um die Rolle der Laien und Frauen wenden sich immer mehr Menschen von den Kirchen ab, finden keinen Halt und keine Orientierung mehr im Glauben. Auch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen, Probleme und Ängste lassen viele an der Existenz Gottes zweifeln.

Gott scheint sich nicht um unsere Probleme zu kümmern! Sind Gott meine Anliegen egal? Müsste ich ein besseres Leben führen, damit Gott meine Gebete erhört?

Hilfe, ich verstehe Gott nicht! Wenn Gott nicht wie erwartet handelt, unsere Wünsche und Anliegen nicht erfüllt, sind wir enttäuscht, stellen seine Liebe und Existenz in Frage.

Aber können wir Gott jemals verstehen? Johann Ev. Wagner hat Gott auch „nicht mit dem Verstand, sondern in der Liebe … gefunden.“

 „Wer Gott im Herzen trägt, der hat nicht weit zu ihm“ bedeutet für uns, sich von christlichen Werten wie Nächstenliebe, Hoffnung, Toleranz, Barmherzigkeit, Ehrfurcht vor dem Leben im privaten und beruflichen Alltag getragen zu fühlen. Diese Werte finden sich auch im Leitbild von Regens Wagner. In der Begleitung der Klientinnen und Klienten, im täglichen Miteinander und in Begegnungen erfahren und spüren wir Toleranz und Offenheit gegenüber Fremdem und Neuem, Achtsamkeit und Wertschätzung gegenüber Klientinnen und Klienten, den Angehörigen und Mitarbeitenden.  

Gott erspart uns nicht Probleme, Enttäuschung, Verlust, Trauer, Krankheit und Leid. Wir dürfen aber gewiss sein: Er ist immer bei uns! Er ist in mir und in Dir!

Nachklang II von Sr. Judith Harrer (Konvent der Dillinger Franziskanerinnen bei Regens Wagner)

Gott ist uns näher als wir uns selber sind.
Der hl. Paulus schreibt in 1Kor.3,16 „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
Eine Wohnung in mir selber, einfach so geschenkt aus Liebe!
Jederzeit steht sie mir zur Verfügung.
In mir, in meinem Herzen lebt Jesus und wartet auf mich.
Warum suche ich IHN, Gott weiß wo?
Ist das Fernweh nicht oft Heimweh nach diesem Ort der Ruhe?

„All unsere Sehnsucht, ist letztendlich Heimwanderungssehnsucht nach Gott.“
(H. Hesse)

Einkehren, ausruhen, neue Kraft schöpfen, einfach da sein, einfach ich sein - dazu lädt uns Jesus immer wieder ein.
„Kommt alle zu mir, ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Mt.11,28

Er ist die Kraftquelle, die mir neues Leben schenkt.
Dieses Lebens-und Liebesangebot brauche ich!
Das brauchst Du!
Das brauchen wir als Dienstgemeinschaft von Regens Wagner.

Singen wir es einander zu:
„Du bist so fern. Du bist so nah. Du bist so anders und doch da. Du bist im Leben. Du bist im Tod. Du bist die Liebe guter Gott.“ GL. Nr. 850

Impuls Juni 2021:

Nach-KLANG von Doris Frohnhöfer und Joachim Gamperling (Gesamtleitung Regens Wagner Absberg):

Der Stein steht bei Johann Evangelist Wagner für etwas, das auf den ersten Blick als unüberwindbares Hindernis erscheint. Die Hindernisse konnten für ihn vielfältig sein. Wurde von der königlichen Administration keine Bewilligung erteilt? Fehlten ihm die finanziellen Möglichkeiten? Wurden seine Projekte von den Obrigkeiten nicht verstanden?

Regens Wagner hielt sich nicht damit auf, sich mit Scheinhindernissen auseinanderzusetzen. Er bewegte sich wie ein Reisender zu Fuß, der den Weg über die Alpen wagt. Die Gesteinsmassen lassen sich nicht zur Seite schieben. Der Reisende Regens Wagner hatte ein Ziel vor Augen, das hinter dem Gebirge von Schwierigkeiten lag. Dort wollte er hin. Mit Bedacht wählte er die geschickteste Route, stieg über das Hindernis hinweg oder umging es. Er ließ das Hindernis allein zurück und ging seinen Weg unbeirrt weiter.

Auch in der Gegenwart sind wir mit Scheinhindernissen konfrontiert. Ausufernde Regulierung, verbunden mit enormem bürokratischen Aufwand bis hin zur öffentlichen Infragestellung von gewachsenen Strukturen der Eingliederungshilfe. Letzten Endes kommt es nur darauf an, sich nicht an Scheinhindernissen abzuarbeiten und das Ziel im Auge zu behalten, Menschen mit Beeinträchtigung eine Lebensperspektive zu geben.

Impuls Mai 2021:

Nach-KLANG von Ines Gürsch (Gesamtleitung von Regens Wagner Glött):

In dem von Regens J. E. Wagner angesprochenen Kampf geht es um das Erkennen des „Guten“. Zu seinen Lebzeiten war die Welt in vielerlei Hinsicht klar eingeteilt. Es gab die „Gläubigen“ und die „Ungläubigen“. Es gab „Reiche“ und „Arme“. Und es gab die „Gesunden“ und die „Kranken“. In der damaligen Welt gab es aber auch die „Schwachsinnigen“, die „Geistesgestörten“ oder die „Krüppel“. Die Sprache von damals zeigt, wie Menschen ohne Behinderungen über Menschen mit Behinderungen dachten.

Dagegen hat Regens J. E. Wagner gemeinsam mit den Dillinger Franziskanerinnen angekämpft und hat Gutes bewirkt.

Heute in Zeiten von Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention ist es nicht immer leicht, für das Gute zu kämpfen. Vor allem dann, wenn Ideale überhöht werden und den Blick auf die Wirklichkeit verstellen. Für das Gute zu kämpfen kann deshalb heute bedeuten, den Blick zu öffnen für die Vielfalt, aufmerksam hinzuhören auf das, was das Gegenüber sagt, und sich selbst stets kritisch zu hinterfragen.