Miteinander Sonntag feiern

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Vieles ist in dieser ungewöhnlichen Zeit nicht so möglich, wie wir es bisher gekannt haben. Das betrifft auch unsere gemeinsamen Gottesdienste. Wir können nicht wie gewohnt am Sonntag in der Kirche zusammenkommen. Das ist schade, aber es bedeutet auch, dass wir kreativ andere Formen praktizieren können. Es gibt Möglichkeiten, uns als Gemeinschaft im Glauben zu verbinden. Es gibt die sonntäglichen Gottesdienste im Fernsehen, es gibt Vorlagen für längere Wortgottesdienste und es soll bis auf Weiteres auch die Möglichkeit geben, in der Familie, der Hausgemeinschaft oder der Wohngruppe ein kleines Sonntagsritual zu feiern.

Für dieses Ritual finden Sie ab diesem Sonntag an dieser Stelle unter dem Titel „Miteinander Sonntag feiern“ Vorschläge zu den entsprechenden Sonn- und Festtagen. Sie können dieses Angebot zu der Zeit am Sonntag in Ihrer Gemeinschaft feiern, die für Sie stimmig ist (vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, am Abend o.ä.). Es soll bewusst nicht zu lange dauern, etwa 10 bis 15 Minuten. Dieses kleine Ritual kann uns in besonderer Weise in dieser vorösterlichen Zeit verbinden, uns Kraft und Mut geben.

 

Rainer Remmele (Geistlicher Direktor) 
Dr. Therese Winter  (Theologische Referentin)

 

Ritual am Palmsonntag, 5. April 2020: Jesus reitet auf einem Esel

Sonntagsritual zum Download (pdf, 1 MB) »

Bild: Dieter Bauer / Claudio Ettl /Paulis Mells, Die Bibel in leichter Sprache. Evangelium der Sonnund Feiertage im Lesejahr A © Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 2016

Lied:

„Jesus zieht in Jerusalem ein“
Regens Wagner Liederbuch Nr. 38, 1-3

Gebet

Wir beginnen mit dem Kreuzzeichen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


Wir beten:
Gott du bist gut.
Wir sind heute zusammen.
Wir feiern den Palmsonntag.
Dieser Tag erinnert uns daran:
Jesus geht zu den Menschen.
Jesus sagt ihnen Worte von Gott.
Die Menschen jubeln ihm zu.
Gott, auch wir wollen dein Wort hören.
Wir bitten dich:
Schenke uns ein offenes Ohr.
Schenke uns ein offenes Herz.
Du bist immer bei uns.
Dafür danken wir dir,
heute und an allen Tagen.

 

Evangelium (Mt 21,1-11)

Jesus kommt in die Nähe von der Stadt Jerusalem.
Jesus sagt zu zwei Freunden:
Geht schon mal voraus.
Bald kommt ihr in ein Dorf.
In dem Dorf ist eine Esel-Mutter.
Mit einem kleinen Eselchen.
Bringt die Esel-Mutter mit dem kleinen
Eselchen zu mir.
Die zwei Freunde gehen los.
Die zwei Freunde bringen die Esel-Mutter
mit dem Eselchen zu Jesus.
Jesus setzt sich auf die Esel-Mutter.
Jesus reitet auf der Esel-Mutter.
Das kleine Eselchen läuft nebenher.
Die Menschen freuen sich über Jesus.
Die Menschen denken:
Jesus ist unser richtiger König.
Jesus ist ein König ohne Waffen.
Jesus bringt Frieden.
Jesus kommt von Gott.

Viele Leute legen Kleider auf die Straße.
Die Kleider sind wie ein schöner Teppich.
Die Leute pflücken Zweige von den Bäumen.
Die Leute winken mit den Zweigen.
Die Leute singen ein Lied.
Das Lied geht so:
Hosanna.
Jesus ist unser König.
Jesus hilft uns.
Hosanna.

Lied

„Jesus zieht in Jerusalem ein“
Regens Wagner Liederbuch Nr. 38, 4-6

 

Impuls

Die Menschen freuen sich:
Jesus kommt zu ihnen.
Sie feiern Jesus als König.
Jesus ist ein König, der das Gute will.
Jesus sagt: Gott ist für euch da. Habt keine Angst.
Das ist eine gute Botschaft.
Wir brauchen diese Botschaft ganz besonders jetzt.
Vieles kann uns Angst machen.
Jesus sagt: Freut euch. Gott lässt euch nicht allein.

Wir brauchen die Freude.
Wir brauchen die Freunde.
Wir brauchen das Singen und Beten.
Wir sind glücklich, wenn wir feiern.
Das Herz wird leicht, und wir sind froh.

Jesus reitet auf einem Esel.
Esel sind wichtige Tiere.
Esel schauen nicht besonders schön aus.
Esel sind klein.
Esel sind grau.
Esel sind nicht so edel wie ein Pferd.

Esel haben aber viele Vorteile:
Esel können viel Gepäck tragen.
Esel sind sehr geduldig.

Wir brauchen viel Geduld in diesen Tagen.
Es ist nicht immer leicht.
Die neuen Regeln anzunehmen fällt schwer.
Vieles im Alltag ist gerade nicht möglich.
Das ist unbequem. Das tut uns weh.
Das ist manchmal langweilig.
Aber mit Geduld und Rücksicht
können wir das schaffen.

Freude und Geduld –
Jesus schenkt uns beides.
Wir dürfen ihn um Freude und Geduld bitten.
Wir dürfen vertrauen:
Jesus kann helfen.
Jesus ist ein König.
Er kennt die Herzen der Menschen.
Jesus kennt auch mein Herz.

Fürbitten

Wir bringen vor Gott unsere Bitten:
+ Gott, wir vertrauen dir.
Wir beten für unsere Wohngruppen und alle Menschen mit Behinderung.
Hilf uns, rücksichtsvoll zu sein.
Hilf uns, Geduld zu haben.
Schenke uns Fantasie und Liebe, damit wir die Freude nicht vergessen. Freude für uns, Freude für die anderen.
Wir bitten dich, erhöre uns!
+ (weitere freie Fürbitten möglich)

Vater unser

Wir beten miteinander (ohne Handfassung)
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Lied

„Gottes guter Segen sei mit euch“, Regens Wagner Liederbuch Nr. 131 (singen oder Text beten)

Evtl. Kreatives

Basteln, Ausmalbild, Mandala o.ä.

 

Ritual am 5. Fastensonntag, 29. März 2020:
Jesus macht seinen Freund Lazarus wieder lebendig

Sonntagsritual vom 29.03.2020 zum Download »

Bild: Dieter Bauer / Claudio Ettl /Paulis Mells, Die Bibel in leichter Sprache. Evangelium der Sonnund Feiertage im Lesejahr A © Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 2016

 

Lied:

 „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind"
Regens Wagner-Liederbuch Nummer 88

Gebet

Wir beginnen mit dem Kreuzzeichen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Und beten:

Gott, du hast uns gern.
Du liebst uns.
Eine lange Woche liegt hinter uns.
Diese Woche hat uns angestrengt.
So Vieles war anders.
So Vieles war neu.
Heute ist Sonntag.
Wir sind nun beisammen.
Wir freuen uns:
Du bist mitten unter uns.
Wir hören einander zu.
Wir hören dein Wort.
Wir bitten dich:
Schenke uns einen schönen Sonntag.
Stärke unsere Gemeinschaft.
Begleite uns in der neuen Woche.
Du machst uns lebendig.
Dafür danken wir dir,
heute und immer.

Amen. 

Evangelium (nach Johannes)

 Jesus hat einen guten Freund.
Der Freund heißt Lazarus.
Eines Tages ist Lazarus schlimm krank.
Jesus hört:
Lazarus liegt im Sterben.
Jesus sagt:
Lazarus schläft.
Ich will Lazarus aufwecken.
Die Freunde sagen:
Nein, Jesus.
Du sollst Lazarus schlafen lassen.
Schlafen ist gut.
Vom Schlafen wird Lazarus gesund.

Jesus und seine Freunde gehen in das Dorf, wo Lazarus wohnt.
Jesus und seine Freunde kommen zu spät.
Lazarus ist schon 4 Tage tot.
Lazarus ist schon beerdigt.
Jesus fängt an zu weinen.
Jesus hatte Lazarus sehr lieb.
Jesus geht zum Grab.
Jesus sagt zu den Leuten:
Tut den Stein vom Grab weg.

Marta, die Schwester von Lazarus, sagt:Jesus, das geht nicht.
Lazarus ist schon tot.
Jesus sagt noch einmal:
Tut den Stein weg.
Jesus betet.
Jesus ruft laut:
Lazarus.
Komm heraus.
Da kommt Lazarus aus dem Grab.
Lazarus lebt.

(vgl: Johannes 11,1-45)

Impuls

Es gibt Tage, da hängen wir nur herum.
Wir sind müde.
Wir fühlen uns schlapp.
Wir haben keine Kraft.
An einem solchen Tag gelingt uns nicht viel.
An einem solchen Tag packen wir nicht viel an.
An einem solchen Tag geht nichts vorwärts. 

An so einem Tag tut es gut, wenn jemand uns aufweckt:
Komm!
Steh auf!
Pack mit an!
Lass dich nicht gehen!
Wird’s bald?

Es gibt Tage, da trauen wir uns nichts zu.
Es gibt Tage, da fehlt uns der Mut und das Vertrauen.
An einem solchen Tag denken wir oft:
Das schaff ich nicht.
Das kann ich nicht.
Das ist mir alles zu viel, zu schwer, zu groß.
Wie soll ich das nur machen? 

An so einem Tag tut es gut, wenn uns jemand aufmuntert:
Komm!
Du packst das!
Das schaffst Du!
Das wäre doch gelacht!

Es gibt Tage, da ziehen wir uns zurück.
Da wollen wir niemanden mehr sehen.
Da wollen wir nur noch unsere Ruhe.
Da haben wir nur noch einen Wunsch:
Ich möchte allein sein.
Ich möchte ganz für mich sein.

An so einem Tag tut es gut, wenn jemand uns herausholt:
Komm!
Komm heraus!
Komm aus deiner Höhle!
Komm zurück ins Leben! 

Jesus macht Lazarus lebendig.
Jesus will auch mich lebendig machen.
Jesus will, dass ich wieder neue Kraft habe.
Jesus will, dass ich zurück in die Gemeinschaft komme.

Jesus sagt: Komm!
Jesus hat mich lieb!
Jesus hat mich lieb wie Lazarus!
Jesus macht mich lebendig!

Fürbitten

 Wir bringen vor Gott unsere Bitten:

 + Gott, du bist gut.
Wir denken an die Menschen, die sich heute müde und schwach fühlen.
Wir denken an die Menschen, die sich zurückziehen.
Wir bitten:
Lass sie nicht allein.
Weck sie auf.
Mach sie lebendig.

Wir bitten dich, erhöre uns!

+ (weitere freie Fürbitten möglich)

Vater unser

Wir beten miteinander (ohne Handfassung)

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

 Lied „Einen Mund, ein gutes Wort zu sprechen"
Regens Wagner-Liederbuch Nummer 137 (singen oder Text beten)

Evtl. Kreatives

Basteln, Ausmalbild, Mandala o.ä.)

 

 

Ritual am 4. Fastensonntag 22. März 2020:
Der blinde Bettler

  Sonntagsritual für den 29.03.2020 zum Download (pdf, 1MB) » 

 Lied:

„Lasst uns miteinander“,  Regens Wagner-Liederbuch Nr. 90

Gebet

Wir beginnen mit dem Kreuzzeichen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Und beten:

Gott du bist gut.
Wir sind heute zusammen.
Wir feiern den Sonntag.
Dieser Tag erinnert uns daran:
Du schenkst uns das Leben.
Du schenkst uns unsere Gemeinschaft.
Wir hören dein Wort.

Wir bitten dich:
schenke uns Mut und Vertrauen.
Wir brauchen deine Nähe und Hilfe.
Du bist immer bei uns.
Dafür danken wir dir,
heute und immer.

Amen.

Evangelium (Joh 9, 1-41)

An einem Sabbat war Jesus mit seinen Freunden bei einem Teich.
Bei dem Teich war ein Mann.
Der Mann war blind.
Jesus sagte zu ihm:
„Ich will dich gesund machen.
Geh zum Teich und wasch deine Augen.“

Der Mann ging zum Teich.
Er wusch seine Augen.
Er konnte seine Augen öffnen und wieder sehen.
Er freute sich von ganzem Herzen.

Impuls

Manchmal sind wir blind.
Blind im Herzen.
Wir können nicht verstehen, warum manche Dinge passieren.
Warum jetzt so viele Menschen krank sind.
Warum wir uns im Alltag so umstellen müssen.
Viele Menschen haben Angst und fragen:
was wird noch passieren?

Der blinde Mann im Evangelium glaubt,
dass Jesus ihn gesund machen kann.
Jesus öffnet seine Augen.
Mit dem Blinden dürfen wir vertrauen:
Gott hilft auch uns, jetzt das Richtige zu tun.
Er öffnet uns die Augen des Herzens.
Dann können wir sehen und erkennen,
was wir füreinander tun können.

Gott lässt uns nicht allein.
Er macht unsere Gemeinschaft stark. 

 Fürbitten

Wir bringen vor Gott unsere Bitten:

+ Gott, du bist gut.
Wir denken an die kranken Menschen.
Wir denken an die Menschen, die für die kranken Menschen sorgen.
Wir bitten:
Gib ihnen genug Kraft und Gesundheit.
Sie sollen bald wieder zuversichtlich und froh sein.
Wir bitten dich, erhöre uns!

+ (weitere freie Fürbitten möglich) 

Vater unser

Wir beten miteinander (ohne Handfassung)

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Segen

Lied „Gott dein guter Segen“ Regens Wagner Liederbuch Nr. 132 (singen oder Text beten)

Evtl. Kreatives (Basteln, Ausmalbild, Mandala o.ä.)

 „Jesus zieht in Jerusalem ein“ Regens Wagner Liederbuch Nr. 38, 1-3Evtl. Kreatives (Basteln, Ausmalbild, Mandala o.ä.)Bild: Dieter Bauer / Claudio Ettl /Paulis Mells, Die Bibel in leichter Sprache. Evangelium der Sonnund Feiertage im Lesejahr A © Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 2016