Impulse zu den Adventssonntagen 2017

 

Zeiter Adventssonntag: Sehnsucht nach Spiel

Das meiste Geld für Geschenke, so sagen es Umfragen, geben die Deutschen auch dieses Jahr wieder für Spielwaren aus. Das ist einerseits traurig, denn in vielen Kinderzimmern stapeln sich bereits Berge von Spielzeug.

Und welches Kind hat überhaupt noch Zeit, wirklich zu spielen? Und welcher Erwachsene droht nicht süchtig zu werden durch die allgegenwärtigen Online – Spiele? Andererseits zeigt sich hier ein großes Bedürfnis.

„Rettet das Spiel“ – so lautet ein spannendes Buch, das u.a. aufzeigt, dass unser Hirn zur Hochform aufläuft, wenn wir es spielerisch gebrauchen. Worin liegt der Zauber des Spiels? Im Spielen spüren wir, egal wie alt wir sind, Lebendigkeit und Freude. Es fördert unsere Phantasie und Kreativität. Wir erleben Überraschendes und Neues.

Im Spiel – so beobachtet man es oft bei den Kleinen – ist das Kind ganz bei sich, es taucht ein in eine andere Wirklichkeit und vergisst manchmal Zeit und Raum. Auch als Erwachsene ist es immer wieder schön, wenn wir die Erfahrung der „Zeitlosigkeit“ machen und uns ganz einem Spiel, einer Musik, einem Tun überlassen können. Mit Muße und Hingabe. Ohne Druck und Zwang. Das Spiel hat keinen Zweck, aber viel Sinn.

Wann habe ich mir das letzte Mal Zeit genommen, zweckfrei und völlig „nutzlos“ zu spielen? Aus purer Freude? Vielleicht gelingt es in dieser Woche …

Elisabeth Thérèse Winter

Spielfiguren

Foto: Bernadette Wecker-Kleiner


 

Erster Adventssonntag: Sehnsucht nach Glanz

„Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer!“ So lese ich auf einer Werbekarte für schöne Stoffe und für Schmuck. Die Adventszeit beginnt, und mit ihr locken wieder die schimmernden Dekorationen in unseren Straßen, die glänzenden Kugeln in den Häusern und Fenstern, Glitzerstaub und Kerzenschein, Lichterketten und Goldlametta.

Man kann das kitschig finden. Man kann sich auch daran stoßen, dass schon jetzt wieder die ganze Glitzerwelt leuchtet und blinkt, lange bevor es Weihnachten wird.

Andererseits, wenn ich darüber nachdenke, lese ich darin eine tief sitzende Sehnsucht im Menschen, die unter der Oberfläche liegt: eine Hoffnung auf Glanz, auf Schönheit, auf das „Überflüssige“ mitten in Zeiten von kalten Fakten, nüchternen Tatsachen und berechenbaren Funktionen. Vielleicht steckt in all den Sternen und Kerzen, dem Goldstaub und den Pailletten die Ahnung, dass wir nicht nur von den Tatsachen leben, sondern auch von der Schönheit, vom Licht, vom Zauber des ganz Besonderen.

Welche Sehnsucht nach „Glanz” in meinem Alltag spüre ich in mir? Und kann ich in dieser Woche einige „Glanzmomente“ entdecken, wenn ich achtsam durch den Tag gehe? Vielleicht in einer Begegnung, einem guten Gespräch, einem Moment der Stille, einer Geste der Versöhnung …? 

Elisabeth Thérèse Winter

Christmaumschmuck
Foto: Bernadette Wecker-Kleiner

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