Ostersonntag

„So feiern wir das hoh‘ Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen lässt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht‘ unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja.“

Martin Luther ist nicht nur der gelehrte Professor, der sein Wissen in theologischen Vorträgen und Vorlesungen redegewandt weitergibt. Er versteht sich auch auf die Sprache der einfachen Leute. Ihm ist es wichtig, dass er mit seinen Texten die Herzen der Menschen anrührt. Er weiß: nur was berührt, bringt in Bewegung und verwandelt die Welt. Das wünscht er sich auch für eine liebevolle, herzenskluge Kirche.

Martin Luther dichtet Osterlieder, von denen zwei heute noch im Evangelischen Gesangbuch stehen. In der 6. Strophe des Liedes „Christ lag in Todesbanden“ besingt er den Osterjubel, der ihn immer mehr selbst erfüllt. In seinem eigenen Leben hat er gerungen um diese Erkenntnis: Nacht, Schuld und Dunkel haben nicht das letzte Wort. Sondern „Herzensfreud und Wonne“. Zwei alte Worte, die wir heute nicht mehr gebrauchen. Irgendwie aber lassen sie etwas spüren vom österlichen Glück der Befreiung, der Hoffnung, des neu Anfangen Dürfens.

Welche Befreiung, welchen Neuanfang wünsche ich mir an diesem Jahr zu Ostern? In meinem Alltag, in meinem ganz persönlichen Unterwegssein? Frohe und gesegnete Ostern, auferstehungsleicht und hell!

Elisabeth Thérèse Winter

 

 

Suche
Suche starten